Lila Sanduhr mit Überschrift CMV wartet nicht

DIE CYTOMEGALIEVIRUS (CMV)-ERKRANKUNG BLEIBT EINE HÄUFIGE, KLINISCH BEDEUTSAME KOMPLIKATION NACH NIERENTRANSPLANTATION1,2

DAS RISIKO BLEIBT, AUCH UNTER PROPHYLAXE

Prophylaxe schützt – aber nicht vollständig

Eine antivirale Prophylaxe senkt das Risiko einer CMV-Infektion nach Nierentransplantation, sie beseitigt es jedoch nicht. In einer Kohorte von Nierentransplantierten unter konventioneller Valganciclovir-Prophylaxe blieb die CMV-Infektion ein relevantes Problem.1,2

Auch unter Letermovir bleibt ein Restrisiko bestehen: In einer randomisierten, doppelblinden Phase-3-Studie zur Nichtunterlegenheit bei erwachsenen D+/R−-Nierentransplantierten trat eine CMV-Erkrankung bis Woche 52 unter Letermovir bei 10,4 % (30/289) und unter Valganciclovir bei 11,8 % (35/297) auf.3

Abbildung modifiziert nach Limaye AP, et al. JAMA. 2023;330(1):33-42.

Säulendiagramm zur Prophylaxe
Säulendiagramm zur Prophylaxe

WAS CMV IM VERSORGUNGSALLTAG BEDEUTET

Real-World-Daten von 2.510 Nierentransplantierten

Wie häufig CMV nach Nierentransplantation auftritt und wie oft sie kompliziert verläuft, zeigt eine große longitudinale Kohorte: 2.510 Nierentransplantierte, davon 2.464 mit seriellem CMV-Monitoring.1

434 dieser Patient:innen (17,6 %) entwickelten eine erste CMV-Virämie-Episode. Entscheidend ist, wie diese Episoden verliefen: Nur bei 93 von ihnen (21,4 %) blieb es bei einer Virämie ohne klinische Komplikationen – bei 341 (78,6 %) traten Komplikationen hinzu.1

Bild mit Statistiken zur Prophylaxe
Bild mit Statistiken zur Prophylaxe

WAS CMV IM VERSORGUNGSALLTAG BEDEUTET

Wie CMV das Transplantatüberleben beeinflusst

CMV ist nach Nierentransplantation nicht nur eine infektiologische Komplikation – sie ist mit dem Erhalt des Transplantats verknüpft. In derselben Real-World-Kohorte war eine suboptimale CMV-Clearance mit einem erhöhten Risiko für Transplantatversagen assoziiert. Drei Faktoren waren dabei ausschlaggebend.1

 

Jede zusätzliche Woche mit CMV ist assoziiert mit +17% Risiko für ein Transplantatversagen
+56% Risiko für ein Transplantatversagen
3-fachem Risiko für ein Transplantatversagen

Die dargestellten Daten stammen aus einer retrospektiven Analyse von Routinedaten. Aufgrund des nicht-interventionellen Studiendesigns können Verzerrungen und Störfaktoren nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse sind explorativ bzw. hypothesengenerierend zu interpretieren und sollten durch prospektive Studien bestätigt werden.

LEITLINIENGERECHTER STANDARD UND SEINE GRENZEN

Was die Leitlinien empfehlen

Leitliniengerechte Prophylaxe und Erstlinientherapie haben nach solider Organtransplantation ihre Wirksamkeit belegt und bleiben die Grundlage des CMV-Managements. Die Fourth International Consensus Guidelines in the Management of CMV in SOT führen für die D+/R−-Nierentransplantation Valganciclovir und Letermovir als Prophylaxeoptionen; Valganciclovir und Ganciclovir bilden weiterhin die Basis der Behandlung. 4

nur für: Ärzte (HCP), Apothekeninhaber/approb. Apotheker (HCP)

4th ESOT-Guideline: Ihr Leitlinien-Selbstcheck

Wie gut kennen Sie die empfohlenen Vorgehensweisen der ESOT-Guidelines bei refraktärer CMV (mit oder ohne Resistenz) nach Transplantation?

Wo der Standard im Alltag an Grenzen stößt

Auch bei leitliniengerechtem Vorgehen bleiben im Alltag nach Nierentransplantation drei Herausforderungen bestehen: die Dosierung, die Toxizität der antiviralen Therapie und die Steuerung der Immunsuppression.

DOSIERUNG

Bild mit der Aufschrift 77% mit suboptimaler Dosierung

Die Nierenfunktion ist nach Transplantation dynamisch und verändert sich oft über Monate. Das erfordert häufige Anpassungen der Valganciclovir-Dosis während Prophylaxe und Erstlinientherapie – mit hohen Raten an Über- und Unterdosierung.5

In einer retrospektiven Untersuchung der Valganciclovir-Dosierung bei 635 Nierentransplantierten waren an Tag 30 nach Transplantation.5

~70 % waren unterdosiert
~7 % waren überdosiert

TOXZITÄT DER ANTIVIRALEN ERSTLINIENTHERAPIE

Eine verlängerte Virämie ermöglicht eine anhaltende Virusreplikation, die mit Rezidiven und antiviraler Resistenz assoziiert ist. Eine persistierende CMV-DNAämie, die über mehr als acht Wochen mit (Val-)Ganciclovir behandelt werden musste, war in einer Kohorte von 313 Nierentransplantierten der wichtigste unabhängige Risikofaktor für eine antivirale Resistenz.1,6,7

Neben der Sicherstellung der CMV-Clearance ist das Management therapiebedingter Toxizitäten eine eigene klinische Herausforderung.1,8

Myelosuppression unter VGCV/GCV

In einer randomisierten Studie mit 140 Nierentransplantierten waren sowohl die Valganciclovir-Prophylaxe als auch die präemptive Therapie mit Myelosuppression assoziiert. Neutropenie trat unter Prophylaxe bei 41 % und unter präemptiver Therapie bei 23 % auf (p = 0,019).9

Tabelle mit Leukopenie und Neutropenie

Nephrotoxizität unter Foscarnet

60% Nephrotoxizität

Foscarnet ist mit einem erhöhten Risiko für eine signifikante Nierenfunktionsstörung assoziiert: In einer Single-Center-Auswertung bei SOT-Empfängern mit ganciclovirresistenter oder refraktärer CMV-Infektion entwickelten 3 von 21 überlebenden Behandelten (14,3 %) eine signifikante Nierenfunktionsstörung, definiert als eGFR-Abfall um mehr als 25 %. 10 Hinzu kamen Elektrolytstörungen.11

Bis zu 60 % der SOT-Patienten entwickelten unter Foscarnet in Real-World-Studien eine Nephrotoxizität.10,11

Auswirkungen auf Transplantat- und Patienten-Outcomes

Myelosuppression unter Valganciclovir- oder Ganciclovir-Prophylaxe ist mit einer höheren Rate klinischer Ereignisse verbunden.12

Auswirkungen auf Transplantat- und Patienten-Outcomes
Auswirkungen auf Transplantat- und Patienten-Outcomes

IMMUNSUPPRESSION

Die Immunsuppression bleibt ein zentraler und etablierter Bestandteil des Managements nach einer Transplantation.13

Eine Reduktion oder Anpassung der Immunsuppression zur Kontrolle einer CMV-Infektion kann jedoch mit einem erhöhten Risiko einer Transplantatabstoßung assoziiert sein.4,13,14

  • Ohne wirksame antivirale Therapie kann eine Anpassung der Immunsuppression zu einer persistierenden CMV-Virämie führen.4,13
  • Eine Reduktion der Immunsuppression erhöht bei Nierentransplantierten das Risiko einer Transplantatabstoßung.13,15
  • Immunsuppressive Therapien sind mit Myelosuppression und Nephrotoxizität assoziiert.15-17
  • Der Wechsel von Calcineurin-Inhibitoren (CNI) zu mTOR-Inhibitoren wird zur Reduktion von CMV-Rezidiven bei R+-Nierentransplantierten empfohlen. Der Nutzen ist jedoch auf Patienten mit niedrigem Risiko beschränkt, die diese Therapie tolerieren.4

IS-Strategien sind mit einem erhöhten Risiko für eine Transplantatabstoßung assoziiert13,18,19

Immunsuppressions-Strategien sind mit einem erhöhten Risiko für eine Transplantatabstoßung assoziiert
Immunsuppressions-Strategien sind mit einem erhöhten Risiko für eine Transplantatabstoßung assoziiert

FÜR PATIENT:INNEN MIT REFRAKTÄRER CMV: WIE KANN LIVTENCITY® HELFEN

Wirksamkeit: mehr als doppelt so hohe CMV-Virämie-Clearance vs. IAT

In der Phase-3-Studie SOLSTICE erreichten unter LIVTENCITY® 55,7 % (131/235) der Patient:innen den primären Endpunkt der bestätigten CMV-Virämie-Clearance in Woche 8 – gegenüber 23,9 % (28/117) unter prüfarztgewählter Therapie (IAT). Die adjustierte Differenz betrug 32,8 Prozentpunkte (95 % KI 22,80–42,74; p < 0,001).22

CMV-Virämie-Clearance in Woche 8

Über die Baseline-Viruslast-Kategorien hinweg wurde eine höhere CMV-Clearance mit LIVTENCITY® vs. IAT beobachtet22

Über die Baseline-Viruslast-Kategorien hinweg wurde eine höhere CMV-Clearance mit LIVTENCITY® vs. IAT beobachtet

Mortalität und Transplantatstatus

Eine Post-hoc-Analyse der SOLSTICE-Daten untersuchte den Zusammenhang zwischen der CMV-Clearance in Woche 8 und der Mortalität in Woche 20.23 Bei den 211 eingeschlossenen SOT-Empfänger:innen – 97 Responder:innen und 114 Non-Responder:innen – war die Gesamtmortalität bei Responder:innen signifikant niedriger als bei Non-Responder:innen (p = 0,0024).23 Der Vergleich erfolgte über beide Studienarme hinweg.23 Da die Mortalität kein primärer Endpunkt der SOLSTICE-Studie war, zeigt die Analyse eine Assoziation, erlaubt jedoch keine Aussage zur Kausalität.23
Eine ergänzende retrospektive Krankendokumentationsanalyse betrachtete 109 Patient:innen aus dem LIVTENCITY®-Arm der SOLSTICE-Studie, darunter 68 SOT-Empfänger:innen, über einen Zeitraum von 32 Wochen im Anschluss an die 20-wöchige Studienphase.24 In diesem Auswertungszeitraum traten keine neuen Transplantatverluste und keine Re-Transplantationen auf.24 Aufgrund der fehlenden Kontrollgruppe, der begrenzten Patientenzahl und der Unterschiede zwischen den Patientenkollektiven sind Vergleiche mit zuvor publizierten Daten jedoch nur eingeschränkt möglich.24

Verträglichkeit: niedrigere Raten von Myelosuppression und Nephrotoxizität vs. IAT

In SOLSTICE traten behandlungsbezogene unerwünschte Ereignisse unter LIVTENCITY® seltener auf als unter den verglichenen Therapien:22

  • Zwei Viren

    KEINE FÄLLE VON LEUKOPENIE
    (0/234) VS 7.1% (4/56) MIT VGCV/GCV

  • Zwei Viren

    15× WENIGER NEUTROPENIE VS. VGCV/GCV 
    (1,7 % [4/234] VS. 25 % [14/56])

  • Eine Niere umkreist von zwei im Uhrzeigersinn drehenden Pfeilen

    15× WENIGER NEPHROTOXIZITÄT VS. FOSCARNET
    (1,7 % [4/234] VS. 25,5 % [12/47])

HANDLING UND DOSIERUNG

  • Vier vertikale Regler

    KEINE DOSISANPASSUNG BEI EINGESCHRÄNKTER NIERENFUNKTION, LEICHTER BIS MITTELSCHWERER LEBERFUNKTIONSSTÖRUNG ODER EINEM ALTER ÜBER 65 JAHRE.25

  • Kalender-Icon mit Anzeige 2x täglich zur Visualisierung von Dosierung und Einnahmefrequenz einer Therapie

    400 MG ZWEIMAL TÄGLICH (ORAL), MIT ODER OHNE NAHRUNG; BEI BEDARF ZERKLEINERT UND IN LÖSUNG VERABREICHBAR.25

  • Kreisförmiges Pfeil-Icon zur Darstellung eines Therapiezyklus oder wiederkehrender Behandlungsprozesse

    KO-ADMINISTRATION MIT CALCINEURIN-INHIBITOREN UND VORICONAZOL MÖGLICH.25

nur für: Ärzte (HCP), Apothekeninhaber/approb. Apotheker (HCP)

Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten der Phase-3-Studie SOLSTICE sowie Informationen zu Studiendesign, Dosierung und Anwendung von LIVTENCITY® im Überblick.

Weiterführende Links


Fachinformationen

Eine vollständige Auflistung der Nebenwirkungen von LIVTENCITY® finden Sie in der aktuellen Fachinformation

Zulassungsstudie SOLSTICE

Hier erfahren Sie mehr über die LIVTENCITY®-Zulassungsstudie SOLSTICE.

Leitlinien & Empfehlungen

Hier finden Sie zentrale Leitlinien zum Management von CMV nach Transplantation.

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Referenzen

  1. Dobrer S, et al. Front. Immunol. 2024;14:1302627. 
  2. Dobrer S, et al. Front Immunol. 2025;16:1600289. 
  3. Limaye AP, et al. JAMA. 2023;330(1):33–42. 
  4. Kotton CN, et al. Transplantation. 2025;109(7):1066–110. 
  5. Rissling O, et al. Clin Kidney J. 2018;11(4):564–73. 
  6. Fisher, et al. Clinical Infectious Diseases. 2017;65(1):57–63. 
  7. Acquier M, et al. Open Forum Infect Dis. 2023;10(2):ofad018. 
  8. Toti L, et al. Transpl Int. 2025;38:14195. 
  9. Reischig T, et al. J Am Soc Nephrol. 2023;34(5):920–934. 
  10. Pierce B, et al. Transpl Infect Dis. 2018;20(2):e12852. 
  11. Garikapati S, Nguyen M. Foscarnet. [Updated 2024 Oct 29]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026 Jan-. Abgerufen auf: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/books/NBK556108/. Abgerufen August 2026.
  12. Beyer AP, et al. World J Transplant. 2025;15(2):102671. 
  13. BTS. UK guideline on prevention and management of CMV infection and disease following SOT. July 2022. Abgerufen auf: https://bts.org.uk/uk-guideline-on-prevention-and-management-of-cytomeg…. Aufgerufen: August 2026. 
  14. Hahn D, et al. Cochrane Database Syst Rev. 2019;12(12):CD004290. 
  15. Khalil MAM, et al. J Transplant. 2018;2018:9429265 .
  16. Le Meur Y, et al. Am J Transplant. 2007;7(11):2496–503. 
  17. Rostaing L, et al. J Pers Med. 2023;13(12):1706. 
  18. Belga S, et al. Transpl Infect Dis. 2024;26(2):e14227. 
  19. Shah S. BTS 2026 (Abstract No. P0057). 
  20. Budde K, et al. Am J Transplant. 2015;15(1):119–28. 
  21. Flechner SM, et al. Am J Transplant. 2011;11(8):1633–44. 
  22. Avery RK, et al. Clin Infect Dis. 2022;75(4):690–701 (and supplementary materials). 
  23. Kamar N, et al. Transpl Int. 2025;38:15331. 
  24. Bassel M, et al. Antivir Ther. 2023;28(5):1359653523119543. 
  25. Fachinformation LIVTENCITY® (Maribavir). Aktueller Stand.

LIVTENCITY® 200 mg Filmtabletten


▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.

Wirkstoff: Maribavir

Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 200 mg Maribavir.

Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E460(i)), Carboxymethylstärke-Natrium, Magnesiumstearat (E470b);
Filmüberzug: Poly(vinylalkohol) (E1203), Macrogol (Polyethylenglykol, E1521), Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Brillantblau FCF Aluminiumlack (EU) (E133)

Anwendungsgebiete: LIVTENCITY wird zur Behandlung einer Cytomegalievirus(CMV)-Infektion und/oder -Erkrankung angewendet, die refraktär ist (mit oder ohne Resistenz) gegenüber einer oder mehreren vorhergehenden Therapien, einschließlich mit Ganciclovir, Valganciclovir, Cidofovir oder Foscarnet, bei erwachsenen Patientinnen und Patienten, die sich einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) oder einer Transplantation solider Organe (SOT) unterzogen haben.
Offizielle Leitlinien zur fachgerechten Anwendung von antiviralen Wirkstoffen sollten beachtet werden.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; gleichzeitige Anwendung mit Ganciclovir oder Valganciclovir

Nebenwirkungen: Sehr häufig: Geschmacksstörung, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit; Häufig: Kopfschmerz, Schmerzen im Oberbauch, Appetitminderung, Arzneimittelkonzentration des Immunsuppressivums erhöht, Gewichtsabnahme

Verschreibungspflichtig.

Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch, Irland

Stand der Information: Februar 2023

C-APROM/DE/LIV/0093