FAQ

LIVTENCITY® bei refraktärem/resistentem Cytomegalievirus nach Transplantation

Pflichtangaben

Wann ist die Anwendung von LIVTENCITY® indiziert?

LIVTENCITY® wird zur Behandlung einer Cytomegalievirus (CMV)-Infektion und/oder -Erkrankung angewendet, die refraktär ist (mit oder ohne Resistenz) gegenüber einer oder mehreren vorhergehenden Therapien, einschließlich mit Ganciclovir, Valganciclovir, Cidofovir oder Foscarnet, bei erwachsenen Patientinnen und Patienten, die sich einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSZT) oder einer Transplantation solider Organe (SOT) unterzogen haben.1

Wie wird LIVTENCITY® eingenommen?

Wie wird LIVTENCITY® eingenommen?

Was ist die empfohlene Dosis von LIVTENCITY®?

Die empfohlene Dosis von LIVTENCITY® beträgt 400 mg zweimal täglich. Um die empfohlene Dosis zu erreichen, werden zwei 200 mg-Tabletten gleichzeitig eingenommen.1

Wie wird LIVTENCITY® angewendet?

LIVTENCITY® wird zweimal täglich oral eingenommen. Die Einnahme ist mit oder ohne eine Mahlzeit möglich. Die Filmtablette kann im Ganzen eingenommen oder zerdrückt werden.1

Wie lange ist die Einnahme von LIVTENCITY® empfohlen?

LIVTENCITY® wird in einer Tagesdosis von 800 mg für 8 Wochen eingenommen. Je nach der klinischen Situation des/der einzelnen Patient:in kann eine Individualisierung der Behandlungsdauer erforderlich werden.1

Was muss bei der Einnahme von LIVTENCITY® beachtet werden?

Wurde die Einnahme versäumt und wird die nächste Dosis innerhalb der nächsten 3 Stunden eingenommen, wird die vergessene Dosis ausgelassen und mit dem gewohnten Dosierungsschema fortgefahren.1

Um die Wirksamkeit von LIVTENCITY® nicht zu verringern, sollte die gleichzeitige Einnahme von starken Cytochrom-P450-3A (CYP3A)-Induktoren vermieden werden. Ausgenommen sind ausgewählte Antikonvulsiva mit Dosisanpassung von LIVTENCITY®.1

Was ist bei der Anwendung von LIVTENCITY® bei älteren Patient:innen zu beachten?

Bei Patient:innen älter als 65 Jahre ist keine Dosisanpassung von LIVTENCITY® erforderlich.1

Was ist bei der Anwendung von LIVTENCITY® bei Patient:innen mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen zu beachten?

Bei leichter, mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von LIVTENCITY® notwendig. Zur Anwendung von LIVTENCITY® bei Patient:innen mit terminaler Niereninsuffizienz, einschließlich Dialyse-Patient:innen liegen keine Studien vor. Aufgrund der hohen Plasmaproteinbindung von Maribavir sind bei Dialysepatient:innen voraussichtlich keine Dosisanpassungen erforderlich.1

Bei leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von LIVTENCITY® erforderlich. Es liegen keine Studien zur Anwendung von LIVTENCITY® bei Patient:innen mit schwerer Leberfunktionsstörung vor.1

Kann LIVTENCITY® die Wirkung von anderen Arzneimitteln beeinflussen?

Die gleichzeitige Anwendung von LIVTENCITY® mit Valganciclovir oder Ganciclovir ist kontraindiziert. LIVTENCITY® kann die antivirale Wirkung von Valganciclovir/Ganciclovir antagonisieren, indem es die virale pUL97-Proteinkinase hemmt, die für die Aktivierung von Valganciclovir/Ganciclovir erforderlich ist.1

LIVTENCITY® ist ein Inhibitor von Cytochrom-P450-3A (CYP3A) und P-Glykoprotein und kann die Plasmakonzentration von Substraten erhöhen. Bei einer gleichzeitigen Anwendung von LIVTENCITY® mit Immunsuppressiva oder Antiarrhythmika sollte deren Wirkstoffkonzentration während der gesamten Behandlung mit LIVTENCITY® engmaschig überwacht und deren Dosis bei Bedarf angepasst werden.1

Können andere Arzneimittel die Wirkung von LIVTENCITY® beeinflussen?

LIVTENCITY® wird vorrangig über Cytochrom-P450-3A (CYP3A) metabolisiert.

Die gleichzeitige Anwendung von starken oder mäßigen Induktoren von CYP3A kann die LIVTENCITY®-Plasmakonzentration signifikant senken und die Wirksamkeit von LIVTENCITY® verringern. Die gleichzeitige Anwendung von LIVTENCITY® mit starken Induktoren von CYP3A wird nicht empfohlen, ausgenommen sind ausgewählte Antikonvulsiva mit Dosisanpassung von LIVTENCITY®.

Dagegen können Inhibitoren von CYP3A die Plasmakonzentration von LIVTENCITY® erhöhen. Es ist jedoch keine Dosisanpassung erforderlich.1

Wie wirkt LIVTENCITY®?

LIVTENCITY® enthält den antiviralen Wirkstoff Maribavir. Dieser ist ein kompetitiver Inhibitor der viralen pUL97-Proteinkinase und hemmt die DNA-Replikation und Reifung, die virale Verpackung und die Ausschleusung der viralen Kapside aus dem Zellkern.1

Aufgrund seines einzigartigen Wirkmechanismus ist Maribavir aktiv gegen CMV-Stämme, die aufgrund von UL54- oder UL97-Mutationen gegen Ganciclovir, Foscarnet oder Cidofovir resistent sind.2

Wie wird LIVTENCITY® ausgeschieden?

LIVTENCITY® wird vorwiegend über den Leberstoffwechsel primär durch CYP3A4 und in geringerem Maße durch CYP1A2 eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit von LIVTENCITY® wird bei Transplantationspatient:innen auf 4,3 Stunden geschätzt.1

Wie wirksam ist LIVTENCITY® bei r/r CMV-Infektion?

In der klinischen Phase-III-Zulassungsstudie SOLSTICE zeigte LIVTENCITY® eine überlegene Wirksamkeit gegenüber konventionellen CMV-Therapien (Ganciclovir, Valganciclovir, Cidofovir, Foscarnet). Ein signifikant höherer Anteil der Patient:innen erreichte mit Maribavir (LIVTENCITY®) eine bestätigte vollständige CMV-Virämie-Clearance in Woche 8 im Vergleich zur Kontrollgruppe (56 % versus 24 %).2

Wie sicher ist LIVTENCITY® bei r/r CMV-Infektion?

In der klinischen Phase-III-Zulassungsstudie SOLSTICE waren Geschmacksstörungen die häufigste Nebenwirkung in der Maribavir (LIVTENCITY®)-Gruppe. Diese waren meist mild und klangen gewöhnlich während oder kurz nach der Behandlung ab. Daneben gehörten Übelkeit (21 %), Diarrhö (19 %), Erbrechen (14 %) und Fatigue (12 %) zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die bei mindestens 10 % der Patient:innen in der Maribavir (LIVTENCITY®)-Gruppe auftraten.2

Ist LIVTENCITY® myelotoxisch?

In der klinischen Phase-III-Zulassungsstudie SOLSTICE traten unter Maribavir im Vergleich zu Valganciclovir/Ganciclovir seltener Neutropenien auf (9% versus 34%). Kein:e Patient:in der Maribavir (LIVTENCITY®)-Gruppe brach die Therapie aufgrund einer behandlungsassoziierten Neutropenie ab, dagegen 19,6 % der Patient:innen, die mit Valganciclovir/Ganciclovir behandelt wurden.2

Ist LIVTENCITY® myelotoxisch?

In der klinischen Phase-III-Zulassungsstudie SOLSTICE traten akute Nierenschäden bei 9 % der Patient:innen in der Maribavir (LIVTENCITY®)-Gruppe auf. Kein:e Patient:in brach aufgrund einer behandlungsassoziierten akuten Nierenschädigung die Behandlung mit Maribavir (LIVTENCITY®) ab. Dagegen kam es unter Foscarnet bei 21 % der Patient:innen zu einer akuten Nierenschädigung mit Therapieabbruch aufgrund einer behandlungsassoziierten akuten Nierenschädigung bei 12,8 % der Patient:innen.2

Weiterführende Informationen zu LIVTENCITY® entnehmen Sie bitte der aktuellen Fachinformation.

Zur Fachinformation

Referenzen
  1. Fachinformation LIVTENCITY® (Maribavir). Stand Februar 2023.
  2. Avery RK, Alain S, Alexander BD, et al. Maribavir for Refractory Cytomegalovirus Infections With or Without Resistance Post-Transplant: Results From a Phase 3 Randomized Clinical Trial. Clin Infect Dis 2022;75:690-701.

Pflichtangaben LIVTENCITY® 200 mg Filmtabletten

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.

Wirkstoff: Maribavir

Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 200 mg Maribavir.

Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E460(i)), Carboxymethylstärke-Natrium, Magnesiumstearat (E470b); Filmüberzug: Poly(vinylalkohol) (E1203), Macrogol (Polyethylenglykol, E1521), Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Brillantblau FCF Aluminiumlack (EU) (E133)

Anwendungsgebiete: LIVTENCITY wird zur Behandlung einer Cytomegalievirus(CMV)-Infektion und/oder -Erkrankung angewendet, die refraktär ist (mit oder ohne Resistenz) gegenüber einer oder mehreren vorhergehenden Therapien, einschließlich mit Ganciclovir, Valganciclovir, Cidofovir oder Foscarnet, bei erwachsenen Patientinnen und Patienten, die sich einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) oder einer Transplantation solider Organe (SOT) unterzogen haben.
Offizielle Leitlinien zur fachgerechten Anwendung von antiviralen Wirkstoffen sollten beachtet werden.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; gleichzeitige Anwendung mit Ganciclovir oder Valganciclovir

Nebenwirkungen: Sehr häufig: Geschmacksstörung, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit; Häufig: Kopfschmerz, Schmerzen im Oberbauch, Appetitminderung, Arzneimittelkonzentration des Immunsuppressivums erhöht, Gewichtsabnahme

Verschreibungspflichtig.

Takeda Pharmaceuticals International AG Ireland Branch, Irland

Stand der Information: Februar 2023